Digitalisierung objektiv betrachtet

Wolfram M. Walter, PMD Akademie, Gera im Oktober 2018

 

 

 

 

 

 

 

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Um es vorweg zu nehmen: Ich bin ein Fan der Digitalisierung und das nicht nur deshalb, weil ich vor vielen Jahren Informatik studiert habe. Prozesse zu automatisieren um Fehler zu vermeiden und die Prozessqualität zu verbessern ist eine feine Sache. Ggf. spart ein Unternehmen auch noch Geld dabei und wird wirtschaftlicher. Das ganze verbunden mit einem hohen Nutzen für den Kunden: Perfekt!

Auf der anderen Seite wird der Begriff „Digitalisierung“ aber auch für viele Dinge missbraucht. Das liegt vermutlich daran, weil jeder den Begriff so auslegt, wie es gerade für seine Argumentation optimal passt. Das Spektrum ist dabei schon arg groß: Unternehmen wird gedroht, dass sie innerhalb kürzester Zeit vom Markt verschwinden werden, wenn sie nicht schnellstens den Digitalisierungsprozess erfolgreich abschließen. Führungskräfte, die die digitalen Kommunikationsmedien nicht beherrschen, gelten als Fehlbesetzung und verfallen in Selbstzweifel, ob sie im Grundsatz überhaupt für den Job geeignet sind. Die Bundesregierung will die Digitalisierung in Deutschland vorantreiben, weil wir sonst den Anschluss an den Weltmarkt verlieren und Unternehmen erwarten Steuervergünstigungen im Kontext der Digitalisierung, weil sonst Arbeitskräfte gefährdet sind. Auf der anderen Seite wollen wir aber auch nicht zu viel Digitalisierung, weil wir Angst vor Robotertechnik und künstlicher Intelligenz haben und dann wiederum angeblich Arbeitsplätze wegrationalisiert werden. Zum Schluss wird noch darauf hingewiesen, dass die Welt immer unsicherer und komplexer wird und wir alle nicht mehr den Entwicklungen, Geschwindigkeiten und Veränderungen hinterherkommen. Was immer geschieht, geschieht angeblich exponentiell und wenn wir die Organisationen und Führungskräfte nicht baldigst „agilisieren“, werden wir die Digitale Transformation niemals schaffen und alle untergehen. Aus Angst vor diesem Szenario greifen die Unternehmen jede Idee auf, die ihnen Berater andrehen und starten im Schnelldurchgang ein Change-Management-Projekt nach dem anderen. Ergebnis: Nichts funktioniert wirklich. Frustration macht sich breit und die Unsicherheit, den Anschluss zu verlieren, wird immer größer.

Was ist denn nun Fakt und was wird uns eingeredet?

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7 Stufen zu einer erfolgreichen Blockchain – Strategie Teil 1

Wolfram M. Walter, PMD Akademie, Gera 03.2018

Einige Unternehmen starten bereits mit der Entwicklung von Blockchain-Applikationen, andere haben noch nicht einmal mit der Digitalen Transformation begonnen. Das Angebot an Informationen wächst täglich und wird zunehmend unübersichtlich. Dies sorgt bei dem einen oder anderen Unternehmen für Unsicherheiten und insbesondere bei den Mitarbeitern für Irritationen und führt teilweise sogar zu Ängsten.

Hektische Reaktionen sind nicht angesagt. Vielmehr sollte in die Diskussion ein wenig Struktur gebracht werden.

Dazu eignet sich ein 7-Stufen-Konzept:

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Pönale war gestern – Ausbildung ist heute – Teil 1

Wolfram M. Walter

Portrait of smiling female customer service agent

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Es begleitet uns jeden Tag: Geiz ist geil, wir sind doch nicht blöd und täglich wird alles billiger: Möbel, Fliegen, Hotels, Lebensmittel. Täglich nutzen viele Millionen Menschen die Internet-Preisportale mit der Idee, möglichst wenig Geld für ein Maximum an Leistungen oder Produkten zu erzielen.

Vor diesem Trend machen auch die Energieversorger nicht Halt. Die Unternehmen stehen vor einem hohen Kostendruck. Die Beschaffung kann kaum noch optimiert werden, zusätzliche Anforderungen der BNetzA verschlingen Geld, die Kunden wechseln immer häufiger und bei der Technik können kaum noch Einsparpotentiale gefunden werden. Wenn man schon nicht bei den üblicherweise sehr hohen internen Personalkosten sparen kann, dann doch wenigstens bei den externen Dienstleistern, insbesondere im Kundenservice. Die aktuelle Situation auf dem Dienstleistungsmarkt unterstützt diese Bemühungen: Der Wettbewerbsdruck unter den Dienstleistern ist hoch, es wurden teilweise Überkapazitäten aufgebaut, die nun preiswert angeboten werden müssen und durch den Einsatz von Nearshoring-Call-Centern wird der Preisdruck noch erhöht.

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