Bleib mir von der Pelle! – Stressvermeidung durch Distanzveränderungen

Wolfram M. Walter

In der Kommunikation ist das Problem nicht neu: in Abhängigkeit meiner persönlichen Befindlichkeiten löst die Distanz zu anderen Menschen unterschiedliche Hormonausschüttungen aus. Sehe ich meinen Lieblingskünstler weit entfernt auf einer großen Bühne, löst das Glücksgefühle aus. Ich fühle mich gut und der im Stadion oder in der Event-Halle erzeugte Stress ist ein positiver Stress (Eustress). Handelt es sich um einen Freund, der weit entfernt steht und den ich nicht erreichen kann, wird aus der Freude die Trauer, zumindest aber eine niedergeschlagene Stimmung. Das Problem: die Sympathie ist groß, aber ich habe keine Möglichkeit, die Distanz zu verkürzen. An den Künstler komme ich leider nicht dichter dran, dafür sorgen die Bodyguards und wenn der Freund hinter dem Kontroll-Terminal am Flughafen steht, hindern mich das fehlende Flugticket und die Mitarbeiter der Sicherheitsfirma oder Polizei daran, dass wir uns nähern. Außerdem würde eine Distanz-Verkürzung von z. B. einem Meter keine spürbare Veränderung bringen. Um mich nicht selber in eine Stresssituation zu bringen, muss ich diese Öffentliche Distanz (größer 2 m) akzeptieren. Ich nenne diese die „Geht ja nicht anders-Reaktion“.

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Was für ein Stresstyp sind Sie?

Wolfram M. Walter

© thodonal – Fotolia.com

Manche Menschen fühlen sich gestresst und werden nicht müde, darüber in der Öffentlichkeit immer wieder zu berichten. Andere dagegen nehmen alle Kriterien in Kauf und „schlucken den Stress runter“. Dabei wird nicht bemerkt, dass dies eine tickende Zeitbombe ist. Irgendwann kann das explodieren und dann wundert sich das private und berufliche Umfeld, wenn jemand plötzlich zusammenbricht.

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