„Wie motiviere ich meinen Chef?“ (2)

Wolfram M. Walter

Im ersten Teil meines Beitrages konnten Sie sich ein Bild davon machen, in welcher Situation sich Ihr Chef befindet. Sie erfuhren, wie man mit dem Wissen darum seinen Chef „motivieren“ kann und was man dabei unter der passiven Methode versteht. Lesen Sie nun in Teil 2, was hinter der aktiven Methode steckt und welche Schwerpunkte dabei eine Rolle spielen.

Bei der aktiven Methode geht es nicht um Hobbys, nicht um persönliche Interessenlagen und nicht um Urlaub, sondern um knallharte Arbeits- oder Projektorganisation. Dabei spielen folgende Themen die entscheidende Rolle:

Auftragsklärung

Starten Sie bei einem Arbeitsauftrag nicht sofort mit der Bearbeitung, sondern klären Sie zunächst den Auftrag. Am Anfang mag das intensive Nachfassen für den Chef etwas anstrengend sein, aber schon mittelfristig werden Sie erfolgreich sein, da unnötige und aufwändige Rückfragen zu einem späteren Zeitpunkt werden vermieden.

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„Wie motiviere ich meinen Chef?“ (1)

Wolfram M. Walter

Nein, das ist kein Schreibfehler. Und mit „Chef“ sind nicht nur die männlichen Kollegen gemeint, sondern natürlich auch die Chefinnen. Dieser Aufsatz ist auch nicht für Führungskräfte gedacht sondern für Mitarbeiter, die durch die Arbeit Ihres Chefs selber Karriere machen möchten. Sie glauben, das kann nicht funktionieren? Aber natürlich funktioniert das. Gut, ein kleiner Haken ist schon dabei: Der Chef muss so von Ihnen motiviert werden, dass er Spaß an Ihren Arbeitsergebnissen hat, die Sie ihm liefern. Und schon wird er sich für Sie einsetzen und für Sie arbeiten und schon werden Sie erfolgreich werden. So einfach ist das.

Chefs befinden sich in der Regel in der klassischen „Sandwichposition“. Von oben wird gedrückt, von unten wird geschoben. Druck von oben wird nach untern durchgereicht, Lob und Anerkennung manchmal auch. Ob ein erfolgreicher Chef seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dem Erfolg partizipieren lässt und diese ebenfalls erfolgreich macht, ist fraglich. Fest steht aber, dass ein nicht erfolgreicher Chef auch nichts unternehmen wird, seine Mitarbeiter erfolgreich zu machen. Daher ist der Ansatz „Wenn der Chef durch meine Arbeit Erfolg haben will, dann soll er mich gefälligst auch motivieren, damit ich Spaß an meiner Arbeit habe“ emotional nachvollziehbar, kann aber leider kontraproduktiv sein. Denn es gibt es kleines, aber leider wesentliches Problem: Ein sehr guter Chef hat sehr gute Mitarbeiter, ein guter Chef hat schlechte Mitarbeiter. Somit liegt es in Ihrem persönlichen Interesse, möglichst einen sehr guten Chef zu haben, damit dieses Image auch auf Sie abfärbt.

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