Blockchain

Wolfram M. Walter

Words cloud with Blockchain

© Javier Castro – fotolia.com

Blockchain – was das ist, was man damit macht und wie es die Gesellschaft verändern wird

Wie radikal ist das Internet bzw. sind die dortigen Anwendungen? Die Meinungen dazu gehen auseinander. Die einen meinen, dass im Grundsatz schon alles entwickelt wurde und dass es nur noch darum geht, es schöner und schneller zu machen.

Andere wiederum behaupten, dass die Internet-Anwendungen erst am Anfang stehen und dass es noch viele neue Themen geben wird, die eine Dimension erreichen werden, die heute noch unvorstellbar ist. Dabei geht es weniger um die Datensammelleidenschaft großer Internetfirmen, es geht auch nicht um die Machtkonzentration einzelner Internet-Player und auch nicht um den gläsernen Verbraucher. Es geht vielmehr um einen direkten Eingriff intelligenter Systeme und Alltagsgegenstände (Internet of Things) in unser Handeln und Tun mit dem Ziel, unser Verhalten zu beeinflussen.

Blockchain ist ein radikaler Ansatz, zunächst die Finanzwelt aufzumischen und dann schrittweise alle anderen Märkte zu durchdringen, die sich im B2B- oder B2C-Business bewegen: Energiewirtschaft, Versicherungen, Krankenkassen und Behörden.

Doch was ist Blockchain überhaupt und wenn die Energiewirtschaft durchdrungen wird: Was bedeutet das für uns Verbraucher?

Eine Blockchain ist eine verteilte Datenbank, besteht aus einer Reihe von erweiterbaren Datenblöcken, die mittels einer Prüfsumme (Hash) auf Richtigkeit verifiziert wird. Das Verfahren ist die technische Basis für sogenannte Kryptowährungen (Bitcoin, Ethereum). Die Funktionsweise ähnelt dem Journal der Buchführung.

Neue Blöcke werden in einem rechenintensiven Prozess erschaffen, der Mining genannt wird, und anschließend über das Netzwerk an die Teilnehmer verbreitet. Daten, die in einer Blockchain gespeichert sind, können nicht mehr geändert oder entfernt werden. Eine wesentliche Besonderheit der Blockchain ist, dass sie Einvernehmen über geschäftliche Transaktionen herstellen kann, ohne hierzu eine Institution einzuschalten.

Das Konzept der Blockchains wurde erstmals 2008 von Satoshi Nakamato beschrieben. Im Jahr darauf hat er die erste Implementierung der Bitcoin-Software veröffentlicht und dadurch die erste Blockchain gestartet.[1]

Es werden drei Entwicklungsstadien unterschieden:

Blockchain 1.0 umfasst virtuelle (Krypto-)Währungen wie Bitcoin. Trotz steigender
Nutzerzahlen und Handelsvolumina ist der absolute Anteil von Bitcoin-Transaktionen an internationalen Währungsmärkten aber weiterhin verschwindend gering.

Blockchain 2.0: Nutzung von Smart-Contract-Modellen. Ein Smart Contract beschreibt ein digitales Protokoll, das vorgegebene Prozesse innerhalb einer Transaktion automatisiert ausführt, ohne dass ein Dritter (beispielsweise eine Bank) involviert ist. Bei einem Smart Contract zwischen einem Energieproduzenten und einem Verbraucher werden Versorgung und Bezahlung vollautomatisch und gesichert geregelt. Kommt der Verbraucher seiner Zahlung nicht nach, würde der Smart Contract die Stromversorgung automatisch einstellen.
– Offene Blockchain: Die Identität der Teilnehmer ist anonym. Beispiele sind Bitcoin und    Ethereum.
– Private Blockchain: die Teilnehmer sind bekannt und wurden vorab identifiziert.

Blockchain 3.0 ist noch ein visionäres Konzept. Darin würden Smart Contracts zu dezentralen, autonomen Organisationseinheiten weiterentwickelt, mit eigenen Gesetzmäßigkeiten und einem hohen Autonomiegrad. [2]

Einordnung von Blockchain

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Abbildung 1: Einordnung von Blockchain [3]

 

Die Blockchain elektrisiert die Finanzwirtschaft

Befragung von 86 Personen durch die Firma Cofinpro und dem IT Finanzmagazin in 2016 [4]

Abbildung 2: Auswirkung von Blockchain auf die Finanzwelt, (Ungemach-Strähle 2016)

 

Wie sollten sich die größeren Unternehmen aus der Finanzwirtschaft Ihrer Meinung nach derzeit in Sachen Blockchain verhalten? [5]

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Abbildung 3: Verhalten der Finanzwelt, (Ungemach-Strähle 2016)

 

Die Entwicklung der Veröffentlichungen zum Thema Blockchain [6]

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Abbildung 4: Publikationen (Welzel e.a. 2016)

 

Die Welt verändert sich bereits

Das World Economic Forum geht davon aus, dass schon in den kommenden Jahren 80 % aller Banken in der Welt mit Blockchain arbeiten werden. Jürgen Müller, von Europas größtem Softwarehaus SAP, sagt: „Wir sagen noch nicht, dass das die Finanzwelt grundlegend verändern wird, aber wir sehen enormes Potential und schauen uns das genau an.“ Aus großen Finanzhäusern ist bereits zu hören, man sei in ein paar Jahren wohl völlig irrelevant, wenn man sich nicht mit Blockchain beschäftige. [7]

Accenture, Cisco, IBM, J. P. Morgan, Mitsubishi, Intel, Fujitsu, Wells Fargo . . . prominente Zusammenschlüsse von Weltkonzernen, die sich einer Innovation verpflichten. Unter dem Dach der Linux-Foundation (Accenture, Cisco, IBM, J. P. Morgan, Mitsubishi, Intel, Fujitsu, Wells Fargo) wollen sich Industrie- und Service-Giganten künftig mit Blockchain beschäftigen.

Im Finanzsektor haben sich große Banken, wie z. B. J. P. Morgan, Credit Suisse, Deutsche Bank und die Commerzbank unter dem Namen „R3“ zusammengeschlossen. Für die Banken ist vor allem die hohe Geschwindigkeit einer Blockchain von Vorteil, etwa bei grenzüberschreitende Überweisungen oder Wertpapiergeschäften. [8]

PMD Projektmanagement Deutschland Akademie GmbH

Wolfram M. Walter

 


[1] ) Vgl. Wikipedia (2016)

[2] Vgl. Sieverding, PWC (2016, S. 5)

[3] Vgl. Welzel et al. (2016, S.5)

[4] Vgl. Ungemach-Strähle (2016, S.3)

[5] Vgl. Ungemach-Strähle, (2016, S.4)

[6] Vgl. Welzel et al. (2016, S. 9)

[7] Vgl. Pennekamp, Finsterbusch (2016, S.15 und S.16)

[8] Vgl. Boie (2016)

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Ein Gedanke zu „Blockchain

  1. Die Blockchaintechnologie ist ja eigentlich gar nichts neues, da wir nichts anderes als eine direkte Demokratie digital abbilden können. Wir hatten eigentlich schon immer eine soziale Blockchain. Jetzt haben wir einfach technisch die Möglichkeit, Verhaltensregeln technisch abzubilden. Wenn Ihr wissen wollt, wie es wahrscheinlich in Zukunft mit der Blockchain aussehen wird besucht mal meine Website.

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