„Wie motiviere ich meinen Chef?“ (1)

Wolfram M. Walter

Nein, das ist kein Schreibfehler. Und mit „Chef“ sind nicht nur die männlichen Kollegen gemeint, sondern natürlich auch die Chefinnen. Dieser Aufsatz ist auch nicht für Führungskräfte gedacht sondern für Mitarbeiter, die durch die Arbeit Ihres Chefs selber Karriere machen möchten. Sie glauben, das kann nicht funktionieren? Aber natürlich funktioniert das. Gut, ein kleiner Haken ist schon dabei: Der Chef muss so von Ihnen motiviert werden, dass er Spaß an Ihren Arbeitsergebnissen hat, die Sie ihm liefern. Und schon wird er sich für Sie einsetzen und für Sie arbeiten und schon werden Sie erfolgreich werden. So einfach ist das.

Chefs befinden sich in der Regel in der klassischen „Sandwichposition“. Von oben wird gedrückt, von unten wird geschoben. Druck von oben wird nach untern durchgereicht, Lob und Anerkennung manchmal auch. Ob ein erfolgreicher Chef seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an dem Erfolg partizipieren lässt und diese ebenfalls erfolgreich macht, ist fraglich. Fest steht aber, dass ein nicht erfolgreicher Chef auch nichts unternehmen wird, seine Mitarbeiter erfolgreich zu machen. Daher ist der Ansatz „Wenn der Chef durch meine Arbeit Erfolg haben will, dann soll er mich gefälligst auch motivieren, damit ich Spaß an meiner Arbeit habe“ emotional nachvollziehbar, kann aber leider kontraproduktiv sein. Denn es gibt es kleines, aber leider wesentliches Problem: Ein sehr guter Chef hat sehr gute Mitarbeiter, ein guter Chef hat schlechte Mitarbeiter. Somit liegt es in Ihrem persönlichen Interesse, möglichst einen sehr guten Chef zu haben, damit dieses Image auch auf Sie abfärbt.

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Nun sind Mitarbeiter oft von der Förderung und Fürsprache ihres direkten Vorgesetzten abhängig. Die Motivation und das Interesse von Ihrem Chef Sie zu fördern sind aber maßgeblich von dem Nutzen abhängig, den er durch Sie hat. Im Umkehrschluss bedeutet es, dass Sie die beste Chance haben erfolgreich zu sein, wenn Ihr Vorgesetzter erfolgreich ist.

Natürlich kann man sich jeden Tag und am Wochenende abrackern, aber letztendlich wird der Chef dafür belohnt und nicht Sie. Das Risiko ist definitiv zu hoch. Schöner ist es natürlich, wenn der Chef die Arbeit macht und Sie trotzdem Erfolg haben. Damit sich der Chef für Sie stark macht, müssen Sie ihn in einen Motivationsstatus versetzen, dass er für Sie arbeitet. Sie können zwischen der passiven und der aktiven Methode wählen.

Erfolg hat, wer andere erfolgreich macht!

Bei der passiven Methode analysieren Sie die Gewohnheiten Ihres Chefs: Was ist für ihn wichtig? Welche Themen diskutiert er gerne? Was sind die Hobbys? Wohin fährt er in den Urlaub? Besorgen Sie sich Hintergrundinformationen und kommen Sie bei passender Gelegenheit auf diese Punkte zu sprechen. Seien Sie ein angenehmer Gesprächspartner und glänzen Sie mit Fachwissen auf den Gebieten, die Ihr Chef besetzt hat. Aber Vorsicht: Wenn Sie mehr wissen als er, halten Sie sich bezüglich mancher Aussagen dezent zurück. Der Chef muss Nummero Uno bleiben. Weiterer Nachteil bei dieser Methode: Sie werden als Einschmeichler wahrgenommen und nicht als professioneller Mitarbeiter. So schnell Sie akzeptiert werden, so schnell wird man Sie fallen lassen.

Lesen Sie in der kommenden Woche im zweiten Teil, was man unter der aktiven Methode versteht und welche Schwerpunkte bei ihrer Umsetzung eine Rolle spielen.

Wolfram M. Walter

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